Wölfe lieben Melone

Wölfe haben Wassermelonen zum Fressen gern, zumindest die Grauwölfe im Zentraliran.  Das fanden die Wissenschaftlerin Fatemeh Hosseini-Zavarei und ihr Team im Rahmen einer zweijährigen Studie heraus. Da sich die scheuen Tiere normalerweise nicht beim Speisen zusehen lassen, sammelten die Forscher Kotproben und analysierten sie. Dabei kam heraus, dass die Nahrung der Beutegreifer zu 60 Prozent pflanzlichen Ursprungs war. Anhand von unverdauten Samen konnten die Forscher Wassermelonen und Sonnenblumenkerne als Menübestandteile auf dem Speiseplan der Wölfe  feststellen.

Wolf und Melone Montage

Fotomontage:  Wolf mit Melone © Barbara Welsch

Die Vorliebe der Wölfe für Wassermelonen war aber nur ein Nebenergebnis der Forscher. Sie wollten mit der Untersuchung feststellen, ob und in welchem Ausmaß die wildlebenden Wölfe eine Bedrohung für die landwirtschaftlichen Nutztiere in der Region darstellen. Denn zwischen Bauern und Naturschützer kommt es auch im Iran immer wieder zu Konflikten, wenn es um Wölfe geht. Die Bauern fürchten in der Regel hohe wirtschaftliche Verluste durch die Wölfe und würden sie am liebsten abschießen. Selten gibt es aber verlässlichen Daten darüber, wie viele Nutztiere den Wölfen tatsächlich zum Opfer fallen.

Hosseini-Zavarei und ihr Team  fanden nun für die Wölfe, die im  Nationalpark Ghamishlou leben, heraus, dass tatsächlich fast die Hälfte ihrer fleischlichen Kost von Nutztieren stammte, die andere Hälfte bestand aus Gazellen- und Wildschaffleisch.   Die Forscher entdeckten aber auch, dass nur ein Sechstel der verzehrten  Nutztiere von den Wölfen gerissen worden war. Tatsächlich hatten sich die Wölfe hauptsächlich von den Kadavern  verstorbener Nutztiere ernährt, so zur Entsorgung von Aas beigetragen und damit eventuell die Gesundheiterhaltung der Herden unterstützt. Hosseini-Zavarei schätzt die wirklichen Verluste an Nutztieren durch Wölfe auf nur ein Prozent im Jahr. Wirtschaftlich weit bedeutsamer seien Verluste durch Krankheiten und Wetterkatastrophen wie Dürren.

Wölfe gelten allgemein als Allesfresser, die Nahrung tierischen Ursprungs bevorzugen. Die Ernährungsgewohnheiten der Tiere hängen dabei stark vom regionalen Nahrungsangebot ab. Die Wölfe in Nordamerika laben sich zur Laichzeit am “Lachsbuffet” und die Wölfe im Zentraliran decken ihren Kalorienbedarf eben mit Aas und Melone. Tatsächlich ist die hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Nahrung ein Grund, warum sich Wölfe fast über die gesamte Nordhalbkugel verbreiten und ganz unterschiedliche Lebensräume besiedeln konnten. Dabei sollte man jedoch wissen, dass sich Wölfe nicht unbedingt gesund ernähren. Die Wildtiere fressen eben, was sie kriegen können. Bei der in der Regel kurzen Lebenserwartung von Tieren in freier Wildbahn fallen Ernährungsfehler weniger ins Gewicht als bei Haushunden.

Studie:

Hosseini-Zavarei, F., Farhadinia, M. S., Beheshti-Zavareh, M., & Abdoli, A. (2013). Predation by grey wolf on wild ungulates and livestock in central Iran. Journal of Zoology, 290, S. 127 – 134. Abstract

“Hauswolf”  Dylan findet Wassermelone auch sehr lecker!

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