Ganz schön verdreht

Die extreme Schädelform kurzköpfiger Hunderassen hat massive Auswirkungen auf den Bau und die Struktur des Gehirns wie eine australische Forschergruppe um Taryn Roberts veröffentlichte. So ist das Gehirn von Möpsen, Bulldoggen und anderen Brachycephalen nach hinten unten ´verdreht`. Ihr Riechhirn befindet sich nicht vorne am Gehirn wie bei normalnasigen Hunden, sondern ist gleichsam nach unten abgebogen. Wahrscheinlich kommt es zu dieser Verformung, weil das Riechhirn in dem zu kurzen und runden Schädel schlicht keinen Platz an seiner angestammten Stelle hat.

Die Verlagerung des Riechhirns könnte auch Auswirkungen auf den Geruchssinn von Möpsen, Bulldoggen und anderen kurzköpfige Rassen haben. Tatsächlich geht man schon länger davon aus, dass brachycephale Hunde weniger gut riechen können wie ihre normalnasigen Artgenossen. Man führte dies aber auschließlich auf die kleinere Riechschleimhaut-Fläche in der beengten Nase zurück. Ob die veränderte Lage und Form des Gehirns tatsächlich auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung und letztlich auch das Verhalten der Tiere hat, müssen kommende Studien jedoch erst noch klären.

Quelle: Roberts T, McGreevy P, Valenzuela M ( 2010): Human Induced Rotation and Reorganization of the Brain of Domestic Dogs. PLoS ONE 5(7): e11946. doi:10.1371/journal.pone.0011946, Originaltext mit Graphiken und Tabellen hier


© Cyril Comtat – Fotolia.com

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