Unterschätzter Verlust

Eine Forschergruppe aus Israel hat nun erstmals untersucht, welche Auswirkungen der Tod eines Hundes auf seinen Menschen hat. Dazu befragten die Wissenschaftler 103 Hundehalter, deren Hund vor kurzem eingeschläfert worden war, zu ihrem psychischen und körperlichen Befinden. Zum Vergleich wurden die gleichen Fragen auch 110 Menschen gestellt, die aktuell seit mindestens zwei Jahren einen Hund halten und in dieser Zeit auch kein Haustier verloren hatten. Darüber hinaus erkundigten sich die Forscher bei den trauernden Hundehalter, ob Angehörige, Freunde oder Bekannte ihre Anteilnahme an dem Verlust gezeigt hätten.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Lebensqualität der Menschen in den Wochen nach dem Tod ihres Hundes in jeder Beziehung erheblich beeinträchtigt war. Am schlechtesten ging es den Menschen, deren Umfeld nicht verstand oder akzeptierte, dass man auch um ein Tier tief trauern kann. Tatsächlich empfinden viele Menschen den Tod ihres Haustieres als ähnlich schlimm wie den Verlust eines nahestehenden Menschen. Schließlich lebt man mit einem Hund oder einer Katze meist mehr als ein Jahrzehnt lang in enger Gemeinschaft. Während andere Tierhalter die Trauer um das vierbeinige Familienmitglied nachvollziehen können, unterschätzen Nicht-Tierhalter häufig, welchen Verlust der Tod des Tieres für den Besitzer bedeuten kann.

Hartsdale Canine Cemetery, Eingangs tor zum ältesten Hundefriedhof in New York

Der Hartsdale Hundefriedhof bei New York ist der älteste Friedhof für Hunde in den USA. Im Laufe der Jahre wurden mehr als 70.000 Tiere dort bestattet. Bild von Anthony 22, wikimedia commons.

 

Quelle: Tzivian L, Friger M, Kushnir T (2015) Associations between Stress and Quality of Life: Differences between Owners Keeping a Living Dog or Losing a Dog by Euthanasia. PLoS ONE 10(3): e0121081. doi:10.1371/journal.pone.0121081 Link http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0121081

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