Hausmanns(hormon)kost

Viele Hundehalter bereiten die Mahlzeiten für ihren Hund selbst zu, weil sie glauben dass sie auf diese Weise sicher wissen, was im Futter wirklich enthalten ist. Doch so manche für das Hundefutter gerne verwendete Zutat hat ihre Tücken. So kann es bei einer Verfütterung von Schlünden zu einer Vergiftung mit Schilddrüsenhormonen kommen.

Unter dem Begriff Schlund werden im Futtermittelhandel Rachen, Kehlkopf und die Speiseröhre eines Schlachttieres verstanden. Am Kehlkopf des Schlachttieres haften häufig auch noch Reste der Schilddrüse. Diese Drüsenreste enthalten Schilddrüsenhormone, die auch nach dem Trocknen und dem Kochen des Schlundes aktiv bleiben. Darüber hinaus sind die Schilddrüsenhormone bei allen Säugetierarten gleich. Das bedeutet Schilddrüsenhormone vom Rind, vom Lamm oder anderen Schlachttieren entfalten auch bei Hund, Katze oder Mensch ihre Wirkung.

Bei hohen Schilddrüsenhormongehalten im Futter kommt es zu Vergiftungserscheinungen. Bisher sind nur leichtere Vergiftungsfälle bekannt geworden. In diesen Fällen wurden die Tiere nur unruhig und hechelten stark. Sobald kein Schlund mehr verfüttert wurde, hörten die Symptome auch wieder auf.

Doch es sind auch schwerere Vergiftungsfälle, die zu Verdauungsstörungen, hohem Blutdruck, Herzproblemen und Angstzuständen führen, denkbar. Denn diese Symptome kennt man von einer krankhaften Schilddrüsenüberfunktion. Wie bei dieser kann auch bei einer Aufnahme von Schilddrüsenhormon mit dem Futter eine Erhöhung der Schilddrüsenhormonwerte im Blut der Tiere festgestellt werden.

Sicherlich gibt es auch Schlundfleisch, das Schilddrüsenhormone unschädlichen Mengen oder gar nicht enthält. Doch leider kann man den Schlünden aus dem Futtermittelhandel den Gehalt an Schilddrüsenhormon nicht ansehen. Daher kann die regelmäßige Verfütterung von Schlünden nicht empfohlen werden.

Hundefutter: Hund frisst rohes Fleisch
© Dixi_ – Fotolia.com

Quelle:

Dilitzer, N (2010) Barfen, Selber Kochen oder Fertigfutter, Fortbildungsseminar für Tierärzte, München, 30.01.2010

Siehe auch aktueller Artikel (März2012)  in JSAP:  Köhler B, Stengel C, Neiger R (2012) Dietary hyperthyroidism in dogs, Journal of Small Animal Practice 53, 182- 184 Link: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1748-5827.2011.01189.x/pdf hier

Mehr Artikel zur Hundeernährung unter Hunde-Basics / Ernährung.

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