Wenn das Ohr juckt

Wenn Hunde sich immer wieder am Ohr kratzen oder den Kopf schütteln, steckt meist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, eine Otitis externa, dahinter. Diese Ohrentzündungen zählen nicht nur zu den häufigsten Krankheiten bei Hunden, sie gehören auch zu den meist unterschätzten.

Denn was – scheinbar harmlos – mit etwas Juckreiz beginnt, kann zu einer schmerzhaften Erkrankung werden, die schließlich nur noch durch eine Operation in den Griff zu bekommen ist und zu bleibenden Schäden führen kann. In schweren Fällen kann die Entzündung des äußeren Gehörgangs auch das Trommelfell durchbrechen, und auf das Mittel- und Innenohr übergreifen. Taubheit oder Störungen des Gleichgewichtssinns können die Folge sein.

CANE CORSO, 4 MESI.

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Symptome einer Ohrentzündung:

  • Anfangs meist nur Juckreiz:  Kratzen, Kopfschütteln, Kopfschiefhaltung
  • Schmerzen (Fiepen, Winseln)
  • übler Geruch  aus dem Ohr
  • Berührungsempfindlichkeit der Ohren
  • Krusten, Beläge oder Sekret ums Ohr

Ursachen für eine Otitis externa gibt es viele:

  • Parasiten: z. B. Ohrmilben, Räudemilben
  • Fremdkörper: z. B. Grasgrannen
  • Allergien: z.B. gegen Pflanzenpollen, Eiweiße im Futter oder Hausstaub
  • Infektionen mit Bakterien und/oder bestimmten Hefepilzen (Malassezien)
  • Verhornungsstörungen der Haut z. B. bei krankhaft fettiger Haut Seborrhoe oder Hormonstörungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Reaktionen auf Arzneimittel

Risikofaktoren für Ohrentzündungen sind:

  • Hängeohren
  • Gehörgangsverengungen.
  • massive Gehörgangsbehaarung.
  • viel schwimmen und/oder viel tauchen.
  • Übertriebene oder falsche Ohrenpflege (Wattestäbchen sollten nie verwendet werden! – richtige Ohrenpflege s. unten)

Wenn sich der Hund häufiger als gewöhnlich am Ohr kratzt oder den Kopf schüttelt, sollte man ihn tierärztlich untersuchen lassen – auch wenn man selbst keine Veränderung am Ohr sieht. Der Gehörgang von Hunden ist lang und um 70 Grad geknickt, sodass man ihn nur mit einem entsprechenden Instrument (Otoskop) untersuchen kann. Von außen bleiben Veränderungen in der Tiefe des Gehörgangs verborgen.

Therapie der Otitis externa beim Hund

Bei einer einfachen Otitis externa wird der Tierarzt den Gehörgang reinigen und auf die Entzündungsursache abgestimmte Tropfen oder Salben verordnen. Bei starkem Befall mit Parasiten, Bakterien oder Pilzen müssen die entsprechenden Medikamente auch in Tablettenform gegeben werden. Gerade die Behandlung am Ohr kann schwierig sein, weil sie für den Hund meist schmerzhaft ist. Grundsätzlich sollte man versuchen, mit dem Tier ruhig und bestimmt umzugehen. Manchmal lässt sich ein Hund durch Leckerlis überzeugen, stillzuhalten. Eventuell können auch die Schmerzmedikamente vom Tierarzt helfen, die Situation etwas zu entspannen. Nachdem die Ohrentzündung überstanden ist, sollte man mit dem Hund das Anfassen, Untersuchen und Reinigen des Ohres regelmäßig üben, damit der Hund daran gewöhnt ist, falls wieder eine Behandlung nötig werden sollte

Leidet der Hund wiederholt unter Ohrentzündungen, liegt der Verdacht nahe, dass eine Allergie, Hormonstörung, Verhornungsstörung oder Autoimmunerkrankung vorliegt. Diese müssen diagnostisch abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Je eher man eine Ohrentzündung bemerkt und je rascher sie professionell von einem Tierarzt behandelt wird, desto einfacher ist in der Regel die Behandlung. Daher sollte man den Hund bereits bei den ersten kleinen Anzeichen eines Ohrproblems zum Tierarzt bringen und untersuchen lassen. Denn nur der Tierarzt kann die eigentlichen Ursachen feststellen und gezielt behandeln.

Ohrpflege beim Hund

Weniger ist mehr!

Die Ohren sind selbstreinigende Organe. Daher genügt es bei den meisten Hunden, sie täglich auf Veränderungen zu kontrollieren. Bei besonders anfälligen Hunden kann der Gehörgang ein- bis zweimal wöchentlich mit einer milden Ohrreinigungslösung gespült werden. Nach dieser Behandlung schütteln die Hunde Rückstände aus dem Gehörgang heraus. Diese wischt man dann einfach mit einem weichen Tuch vom äußeren Ohr ab. Keinesfalls darf mit einem Wattestäbchen in den Gehörgang fahren. Denn dabei schiebt man nicht nur den Schmutz tiefer ins Ohr, es besteht auch höchste Verletzungsgefahr!

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