Warum bekomme ich den Blutzucker meines Hundes nicht in den Griff?

Es gibt sehr viele Gründe, warum der Blutzucker trotz der Insulinbehandlung nicht in den Griff zu bekommen ist.  Zu einer Unterzuckerung, einer Hypoglykämie, kann es beispielsweise kommen, wenn der Hund unter einer Niereninsuffizienz leidet. Eine Unterzuckerung kann auch auftreten, wenn bei unveränderter Insulintherapie bestimmte Medikamente (z. B. Glukokortikoide zur Behandlung von Entzündungen) abgesetzt werden oder eine Hündin kastriert wird.

Infektionen, Entzündungen, Tumoren, autoimmune Prozesse, Hormonstörungen oder einige Medikamente können hingegen das Insulin wirkungslos machen und so zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel, einer Hyperglykämie, führen.

Darüber hinaus gibt es bei der Therapie des Diabetes mellitus beim Hund viele Fehlerquellen. Gerade zu Beginn der Therapie kann man als Hundebesitzer schon einmal etwas falsch machen. Aber auch Profis, wie Ihrem Tierarzt, kann einmal ein Fehler unterlaufen. Also bitte keine falsche Scham, wenn Sie glauben, dass etwas schief läuft. Es geht hier schließlich um die Gesundheit Ihres Hundes.

Gehen Sie die folgenden Fragenlisten gemeinsam mit Ihrem Tierarzt systematisch durch.

Wenn Ihr Hund eine Unterzuckerung aufweist:

  • Ist die Insulindosis zu hoch?
  • Frisst Ihr Hund seine Ration auf?
  • Sind Futterzusammensetzung und Fütterung geeignet für Ihren Hund?
  • Gibt es eventuell außerordentliche Belastungen? (Stress, körperliche Anstrengungen usw.)

Wenn Ihr Hund einen zu hohen Blutzucker hat:

  • Ziehen Sie die Spritze richtig auf und injizieren Sie das Insulin korrekt? Zeigen Sie Ihrem Tierarzt, wie Sie es machen und lassen Sie es sich eventuell noch einmal genau zeigen.
  • Haben Sie die korrekte Spritzengröße?
  • Wie mischen Sie das Medikament? (Bitte nur sanft rollen, niemals schütteln)
  • Ist das Haltbarkeitsdatum des Insulins überschritten?
  • War die Insulinflasche zu kalt oder zu warm  gelagert? (optimal sind Kühlschranktemperaturen zwischen minimal 2 und maximal 8°C)
  • War die Flasche irgendwann einmal Sonnenlicht ausgesetzt?
  • Wurde das Insulin jemals verdünnt?
  • Wie und wann füttern Sie Ihren Hund?
  • Welches Futter erhält er?
  • Bekommt er eventuell etwas nebenbei? (Vielleicht von den Kindern oder den Nachbarn?
  • Bekommt Ihr Hund vielleicht eine leicht zu hohe Insulindosis? In diesem Fall könnte es zu einem Somogyi-Overswing kommen. Damit bezeichnet man das Phänomen, dass der Körper bei einer leicht überhöhten Insulinmenge selbst Zucker produziert und ins Blut abgibt, um den Insulinüberschuss auszugleichen. Um den Verdacht  auf einen Somogyi-Overswing zu bestätigen oder auszuschließen, muss der Tierarzt eine Blutzuckertagesprofil anfertigen. Dabei wird über einen Zeitraum von mindestens 12 besser 24 Stunden in stündlichen Abständen der Blutzuckerspiegel gemessen. Anhand der Blutzuckerkurve erkennt der Tierarzt dann, ob es sich um einen Somogyi-Overswing handelt.

Mehr Informationen zum Diabetes mellitus beim Hund finden Sie hier:

  • Überblick über Diabetes mellitus beim Hund. hier.
  • Die Rolle von Insulin beim gesunden und beim kranken Hund. hier.
  • Ursachen für die Zuckerkrankheit beim Hund.hier.
  • Warum sind Hündinnen häufiger zuckerkrank als Rüden? hier.
  • Symptome und Diagnose des Diabetes mellitus beim Hund. hier
  • Blutzuckerwerte mit Umrechnungstabelle: Jetzt verstehen Sie den Laborbefund. hier.
  • Die Folgen der Zuckerkrankheit beim Hund. hier.
  • Die Therapie des caninen Diabetes mellitus. hier.
  • Selber messen ist Trumpf – die Vorteile des Home Monitorings. hier.
  • Ernährung eines zuckerkranken Hundes. hier.
  • Zuckerkoma und Unterzucker – Notfälle beim Hundediabetes erkennen. hier.

Blogbeiträge zu Diabetes mellitus beim Hund

  • Diabetes mellitus während der Trächtigkeit. hier.
  • Gene für Diabetes mellitus. hier.

No Comments

Leave a Comment


*