Die Therapie des caninen Diabetes mellitus

Zuckerkranke Hunde müssen ihr Leben lang mit Insulin behandelt werden. Eine Therapie mit oralen Antidiabetika wie bei Menschen mit bestimmten Diabetesformen ist beim Hund nicht möglich.

In der Regel erhalten die Tiere ein mittellang wirksames Insulin, das speziell für Hunde zugelassen ist. Kurz wirksame Insuline werden nur in Notfällen vom Tierarzt eingesetzt, um einen sehr hohen Blutzuckerwert schnell zu senken. Lang wirksame Insuline, die beim Menschen unter Umständen verwendet werden, kommen beim Hund nicht zum Einsatz.

Pünktlich und Regelmäßig

Entscheidend für den Erfolg der Diabetes mellitus Therapie beim Hund ist die zuverlässige Gabe des Insulins einmal oder in den meisten Fällen zweimal täglich, am besten spätestens innerhalb einer halben Stunde nach der Fütterung. Wichtig dabei ist, dass der Hund Futter und Insulin pünktlich immer zur gleichen Uhrzeit erhält. Denn sein ganzer Organismus stellt sich darauf ein.

Insulin kann nur gespritzt werden! Doch keine Sorge: Dank spezieller Spritzen lernt man das sehr schnell. Insulin ist ein empfindliches Eiweiß und sollte immer Kühlschrank aufbewahrt werden, damit es nicht verdirbt. Vorsicht aber: Es darf nicht gefrieren: Einmal gefrorenes Insulin ist wirkungslos.

Vor dem Aufziehen der Spritze muss die Flasche geschüttelt werden, damit die Flüssigkeit gut durchmischt ist. Beim Aufziehen der Spritze muss man darauf achten, dass keine Luftbläschen mehr in der Spritze sind.

Individuelle Dosisbestimmung

Die benötigte Insulindosis zur Behandlung des Diabetes mellitus unterscheidet sich von Hund zu Hund.  Um die individuelle Dosis zu ermitteln, verschreibt der Tierarzt zunächst eine niedrige Dosierung von 0,25 – 0,7 Internationale Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes (IU/kg). Kleinere Hunde erhalten im Verhältnis höhere Dosen als größere Hunde, weil sie den schnelleren Stoffwechsel haben. (Warum kleine Hunde eine andere Stoffwechselrate haben, erfahren Sie hier)

Nach 4 – 7 Tagen wird der Blutzuckerwert Hund erneut gemessen und der Hundebesitzer beschreibt dem Tierarzt, ob und wie sich die Symptome des Hundes geändert haben.  Ist Blutzuckerwert noch viel zu hoch oder zeigt der Hund noch Symptome der Zuckerkrankheit wird die Dosis schrittweise auf bis maximal 2 IU/kg erhöht, bis der Wunsch-Blutzuckerwert beziehungsweise eine Symptomfreiheit erreicht wurde.

Der angestrebte Blutglukosewert beim diabetischen Hund unter Insulintherapie liegt im oberen Bereich der Normalwerte und etwas darüber zwischen 5,6 und 14 mmol/l (100 – 250 mg/dl), weil sonst die Gefahr einer Unterzuckerung sehr groß ist. Optimal wären Blutglukosewerte die im Tagesverlauf unter 11,2 mmol/ l (200mg/dl) blieben. Aber das kann nicht bei jedem Patienten erreicht werden.

Empfehlenswert: Das Blutzuckertagesprofil

Allerdings kann es bei einer einfachen Messung des Blutzuckerspiegels leicht zu einem falschen Eindruck kommen, weil sie nur eine Momentaufnahme darstellt.

Am besten kann man die Wirksamkeit des Insulins überprüfen, wenn der Tierarzt ein Blutzuckertagesprofil anfertigt. Dabei misst er in ein – bis zweistündigen Abständen über 12 bis 24 Stunden den Blutzucker und erhält einen Überblick über die tageszeitlichen Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Nur so kann man feststellen, ob die Insulindosis den Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf konstant hält oder ob es zu gefährlichen tiefen oder hohen Werten kommt.

Neben der Insulintherapie sind ein gleichmäßiger Tagesablauf, eine sorgfältige Ernährung, ein angepasstes Bewegungsprogramm sowie die sorgsame Beobachtung und die regelmäßige Überprüfung des Blutzuckerspiegels entscheidend für den Erfolg der Diabetes Mellitus Behandlung.  Mehr über das Leben mit einem zuckerkranken Hund, seine Ernährung, Pflege und Haltung sowie ein angepasstes Training finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Diabetes mellitus beim Hund

  • Überblick über Diabetes mellitus beim Hund. hier.
  • Die Rolle von Insulin beim gesunden und beim kranken Hund. hier.
  • Ursachen für die Zuckerkrankheit beim Hund.hier.
  • Warum sind Hündinnen häufiger zuckerkrank als Rüden? hier.
  • Symptome und Diagnose des Diabetes mellitus beim Hund. hier
  • Blutzuckerwerte mit Umrechnungstabelle: Jetzt verstehen Sie den Laborbefund. hier.
  • Die Folgen der Zuckerkrankheit beim Hund. hier.
  • Selber messen ist Trumpf – die Vorteile des Home Monitorings. hier.
  • Ernährung eines zuckerkranken Hundes. hier.
  • Zuckerkoma und Unterzucker – Notfälle beim Hundediabetes erkennen. hier.
  • Warum bekomme ich den Blutzucker meines Hundes nicht in den Griff? hier.

Blogbeiträge zu Diabetes mellitus

  • Diabetes mellitus während der Trächtigkeit hier.
  • Gene für Diabetes mellitus hier.

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