Zuckerkoma oder Unterzucker beim Hund

Man unterscheidet zwei spezielle Notfälle bei Diabetes mellitus: die starke Unterzuckerung und die diabetische Ketoazidose, die schließlich zu einem  lebensbedrohlichen Zuckerkoma führen kann.

Unterzuckerung oder Hypoglykämie

Zu  einer starken Unterzuckerung kann es beispielsweise kommen, wenn sich der Hund kurz nach der Insulinspritze erbricht und danach kein Futter mehr zu sich nimmt. Auch große Anstrengungen, Stress und Aufregung können zur Unterzuckerung führen.

So erkennen Sie eine Unterzuckerung:

  • Unruhe
  • Schwäche
  • Zittern
  • Krampfanfälle

Die Symptome treten eine Viertelstunde bis zu sechs Stunden nach der letzten Insulingabe auf und verschlechtern sich sehr schnell.

Beweisend für eine Hypoglykämie ist ein Blutzuckerwert unter 2,8mmol/l oder 50mg/dl.

Erste Hilfe: Geben Sie dem Hund rasch etwas fein zermörserten Traubenzucker auf die Maulschleimhaut.

Danach suchen Sie bitte mit Ihrem Hund einen Tierarzt auf.

Diabetische Ketoazidose

Mit diabetischer Ketozidose bezeichnet man eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung bei zuckerkranken Hunden. Sie entsteht meist, wenn zur Zuckerkrankheit noch andere ernste Gesundheitsstörungen hinzukommen, wie zum Beispiel schwere Durchfälle, Infektionen, Kreislaufprobleme oder Ähnliches. Darüber hinaus kann das Insulin seine Wirksamkeit verloren haben, weil es zu kalt oder stark geschüttelt wurde.

Diese gesundheitlichen Belastungen setzen komplizierte Stoffwechselmechanismen in Gang, die den Blutzuckerspiegel dramatisch erhöhen, zur massenhaften Bildung von Ketonkörpern führen und eine Übersäuerung (Azidose) sowie einen ausgeprägten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zur Folge haben.

Hunde mit diabetischer Ketoazidose zeigen folgende Symptome:

  • Eine diabetische Ketoazidose entwickelt sich allmählich.
  • Appetitlosigkeit
  • rasch zunehmende Apathie, die schließlich im Zuckerkoma münden kann
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Manchmal Azetongeruch (Dieser stammt von den Ketonkörpern, Azeton riecht stechend wie faules Obst oder wie Nagellackentferner)

Der Blutzuckerwert bei der diabetischen Ketozidose liegt in der Regel über 25 mmol/l oder 450 mg/dl.

Behandlung

Bei Verdacht auf eine diabetische Ketoazidose muss sofort der Tierarzt verständigt und aufgesucht werden. Spritzen Sie bei einer diabetischen Ketoazidose keinesfalls eigenmächtig Insulin. Vor der Insulingabe muss der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Hundes mit Infusionen  stabilisiert werden. Darüber hinaus ist das Intermediärinsulin, das Sie zur Langzeitbehandlung zu Hause haben, für den Notfall nicht geeignet.

Der Tierarzt wird dem Hund mit einem sogenannten Altinsulin in der Praxis helfen. Dabei handelt es sich um ein kurzwirksames Insulin, das zum in stündlichen Abständen und strenger Blutzuckerkontrolle verabreicht wird. Hierzu muss das Tier in der Tierarztpraxis stationär aufgenommen werden, bis es wieder stabil ist. Trotz aller Mühe sterben etwa 30 Prozent der Hunde mit diabetischer Ketoazidose.

Mehr Informationen zum Diabetes mellitus beim Hund

  • Überblick über Diabetes mellitus beim Hund. hier.
  • Die Rolle von Insulin beim gesunden und beim kranken Hund. hier.
  • Ursachen für die Zuckerkrankheit beim Hund.hier.
  • Warum sind Hündinnen häufiger zuckerkrank als Rüden? hier.
  • Symptome und Diagnose des Diabetes mellitus beim Hund. hier
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  • Die Folgen der Zuckerkrankheit beim Hund. hier.
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  • Ernährung eines zuckerkranken Hundes. hier.
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Blogbeiträge zu Diabetes mellitus beim Hund

  • Diabetes mellitus während der Trächtigkeit. hier.
  • Gene für Diabetes mellitus. hier.

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