Staupe

Die Staupe ist eine hochansteckende virale Infektionskrankheit bei Hunden und anderen Fleischfressern (z.B. Marder und Frettchen aber keine Katzenartigen). Die Staupe ist auch unter den Namen Carré-Krankheit oder canine distemper bekannt. Das Hundestaupevirus (canine distemper virus / CDV) ist ein Paramyxovirus und ist eng verwandt mit dem menschlichen Masernvirus. Eine Würzburger Forschergruppe hat herausgefunden, dass das  CDV theoretisch auf den Menschen übertragbar ist -praktisch gab es bisher aber noch keinen Staupefall beim Menschen.

Ansteckung mit dem Staupevirus

Übertragen wird das Staupe-Virus meist durch den direkten Kontakt mit infizierten Hunden. Dabei kann es sich sowohl um offensichtlich erkrankte Tiere als auch um symptomfreie Virusträger handeln. Infektiös sind alle Ausscheidungen: Also z. B. Kot, Harn, Nasen- oder Augenausfluss und Bronchialsekret. Welpen können sich bereits im Mutterleib anstecken. Sie erkranken aber erst einige Wochen nach der Geburt.

Eine indirekte Ansteckung über die Kleidung, Hände oder Fressgeschirre ist zwar möglich jedoch selten. Theoretisch ist auch eine Infektion über den Kontakt mit infizierten Füchsen, Mardern, Marderhunden oder Waschbären möglich.

Krankheitsverlauf bei Staupe

Ungeimpfte Hunde, Jungtiere, Hunde mit geschwächter Abwehr sind besonders gefährdet. Das Staupevirus  greift neben verschiedenen Organsystemen vor allem das Immunsystem des Hundes an, so dass seine Anfälligkeit für weitere Infektionen erhöht ist. Diese so genannten Sekundärinfektionen komplizieren das ohnehin schwere Krankheitsbild.

Die ersten Symptome zeigen die Tiere zwischen drei und sechs Tagen nach der Aufnahme des Virus. Die Hunde leiden unter anderem unter:

  • Fieber,
  • einem gestörten Allgemeinbefinden,
  • Appetitlosigkeit,
  • Durchfall,
  • Bindehautentzündungen,
  • Mandelentzündungen,
  • eitriger Nasenausfluss.

Man unterscheidet verschiedene Formen der Staupe:

  1. die respiratorische Form (Atmungsapparat),
  2. die gastrointestinale Form (Magen-Darm-Trakt),
  3. Die nervöse Form der Staupe (Nervensystem).

Allerdings können diese Formen auch gleichzeitig oder zeitlich versetzt auftreten. Die nervöse Form der Staupe wird häufig von der Hartballenkrankheit begleitet – einer übermäßigen Hornbildung an den Pfotenballen und/oder dem Nasenspiegel.

Beim Befall der Atemorgane kommt es zu eitrigem Schnupfen, Husten, Atembeschwerden, Bronchitis und Lungenentzündung. Verstärkt werden die Symptome in der Regel durch Sekundärerreger. Darüber hinaus schwächen meist Durchfälle und Erbrechen, die zur gastrointestinalen Form der Staupe gehören, die Tiere zusätzlich. Flüssigkeits- und Elektrolytverlust belasten den Kreislauf und können zu einem Kollaps führen. In wenigen Fällen treten Rötungen, Bläschen und Pusteln am Unterbauch und den Innenflächen der Schenkel oder Ohren auf. Vereinzelt kommt es zu Ohrentzündungen.

Eine plötzliche Lichtscheu des Hundes ist ein Alarmsignal für eine Schädigung der Augen.  Außer Bindehautentzündungen können eitrige Hornhautentzündungen mit Geschwürbildung entstehen. Die Gefahr einer Durchlöcherung der Hornhaut besteht. Staupe kann auch eine chronische trockene Entzündung der Hornhaut zur Folge haben. Schließlich kann es zur Erblindung des Hundes kommen.

Besonders gefürchtet ist die nervöse Form der Staupe. Sie kann gleichzeitig mit den anderen Formen auftreten, aber auch erst einige Zeit später, nachdem die Staupe bereits überstanden scheint. Je nachdem welche Abschnitte des Nervensystems betroffen sind, zeigen die Hunde Gangveränderungen, nervöse Zuckungen (Tics), Kaukrämpfe, epileptische Anfälle, Kau- und Schluckstörungen, Lähmungen, Manegebewegungen, psychische Veränderungen und andere. Schäden des Nervensystems können häufig nicht geheilt werden.

Therapie der Staupe

Der Tierarzt weist eine Staupe Infektion durch spezielle Laboruntersuchungen des Blutes und des Liquors (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) nach. Nur in der ersten Phase der Krankheit kann ein spezielles Serum (Immunglobulinkonzentrat) helfen, die Viren direkt zu bekämpfen. Ansonsten beschränkt sich die Therapie auf die Linderung der Symptome und unterstützende Maßnahmen. Sehr wichtig ist die antibiotische Behandlung, die sich gegen bakterielle Sekundärerreger richtet. Trotz intensiver Behandlung können viele Hunde nicht gerettet werden: Etwa 50 Prozent der ungeimpften Hunde sterben daran.

Tiere, die die akute Phase der Krankheit überstanden haben, können bleibende Schäden zurückbehalten. Bekannt sind beispielsweise Zahnschmelzschäden – das „Staupegebiss“,  Knochenerkrankungen,  Erblindung und  neurologischen Folgeschäden, wie  Ticks, Bewegungsstörungen, Manegebewegungen, Lähmungen, Krampfanfälle sowie Demenz  und so massive Gefühlsstörungen zur Folge haben, dass die Hunde sich selbst schwer verletzen, indem sie sich blutig beißen.

Vorbeugung der Staupe

Impfen! Die Impfung gegen Staupe gehört zu den sogenannten Core-Impfungen . Das sind Impfungen, gegen die jeder Hund  geimpft werden muss.

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