Vorbeugung von Trennungsangst beim Hundesenior

Ältere Hunde haben ein größeres Bedürfnis nach der Nähe ihrer vertrauten Menschen. Alleinsein stresst sie, ähnlich wie Welpen und Junghunde, weit mehr als Hunde im besten Alter.  Damit sich aus dem milden Trennungsschmerz des Tieres keine Trennungsangst entwickelt, sollte man mit dem Senior das Alleinsein genauso üben, wie man es bereits mit dem Welpen oder dem Junghund getan hat. Allerdings kann man natürlich auf höherem Niveau beginnen und muss nicht mehr ganz von vorne anfangen.

Darüber hinaus kann der Hundesenior unter Krankheiten oder Schmerzen leiden, die das Alleinsein für ihn noch schlimmer machen und Trennungsangst auslösen können. Regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt sind daher wärmstens zu empfehlen, damit man körperliche Beschwerden und Schmerzen rechtzeitig erkennt, sie lindern oder bei der Gestaltung des Alltags berücksichtigen kann.

Wenn Ihr Hund bereits unter Trennungsangst leidet, sollten Sie einen Tierarzt oder eine Tierärztin für Verhaltenstherapie zu Rate ziehen. Diese Symptome können auf Trennungsangst hinweisen:

  • Ständiges Bellen oder Heulen
  • Unsauberkeit
  • Zerstörungen
  • Ständiges hin und her laufen
  • Sich selbst verletzen

Typisch für eine Trennungsangst ist, dass eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen nur in Abwesenheit der Bezugsperson gezeigt werden. Sobald die Bezugsperson wieder da ist, verhält sich der Hund wieder normal.

Tipp: Nicht immer für den Hund da sein

Reagieren Sie nicht auf jede Kontaktaufnahme Ihres Hundes. Auch wenn Sie da sind, muss er begreifen, dass Sie nicht immer für ihn da sind, und er sich  mit sich alleine beschäftigen muss. So behält er seine Selbstständigkeit und wird nicht abhängig von Ihnen. Aus dem gleichen Grund sollte er Ihnen auch nicht auf Schritt und Tritt folgen. Gewöhnen Sie ihn daran, dass er einfach mal in seinem Körbchen bleibt, während Sie in einen anderen Raum gehen, so lernt die Trennung von Ihnen als etwas ganz Normales zu akzeptieren.

Tipp: Gehen Sie öfter mal ohne ihn raus

Wenn  Ihr Hund Sie bisher immer zum Briefkasten oder zum Müll begleitet hat, erledigen Sie das ab jetzt ohne ihn. Die kurzen Trennungen ohne jeden Abschied und Begrüßung sind eine prima Übung für ihn. Er lernt: Mein Mensch geht und kommt gleich wieder. Das ist nichts Besonderes und schon gar kein Grund zur Aufregung!

Tipp: Keine Abschiedszeremonie

Auch wenn Sie länger weggehen, ist es immer besser, sich gar nicht zu verabschieden. Denn diese Zeremonie beunruhigt den Hund häufig. Ideal ist es, wenn Sie es schaffen, das Tier eine Viertel- bis halbe Stunde vor Ihrem Aufbruch zu ignorieren. Dann ziehen sich die meisten Hunde von alleine auf ihren Platz zurück und ruhen.

Tipp: Begrüßung ganz in Ruhe

Keine Begrüßung – das fällt sehr schwer. Glücklicherweise ist das auch nur dann nötig, wenn der Hund bereits unter Trennungsangst leidet. Zur Vorbeugung reicht es, sich ein wenig zu bremsen. Wenn der Hund einen also freudig umtanzt, wedelt und bellt, erst mal ignorieren. Ziehen Sie in Ruhe Mantel, Jacke und Schuhe aus. Erst dann wird der Hund ganz ruhig unf freundlich begrüßt.

Tipp: Routine schafft Sicherheit – Abwechslung macht seelisch stark

Feste Abläufe und klare Regeln geben dem Hund Sicherheit. Er weiß, was ihn erwartet und von ihm erwartet wird. Doch um geistig beweglich zu bleiben und in Stresssituationen besser zurechtzukommen, braucht gerade auch der Hundesenior Anregung durch Abwechslung. Beispielsweise sollte man jeden Tag zu annähernd gleichen Zeiten mit ihm spazieren gehen, schon alleine, weil sich auch sein Körper auf diese Zeit eingestellt hat – aber dafür immer mal wieder eine andere Strecke erkunden. Oder man variiert den Spaziergang mit Spielen. Auch das Erlernen neuer Tricks  oder das Arbeiten für einen kleinen Teil  des Futters hält den Hundesenior geistig fit und seelisch belastbar.

Tipp: Öfter mal raus

Ältere Hunde müssen häufig öfter ihre Geschäfte verrichten als früher. Also lieber öfter und dafür kürzer Gassi gehen. Darüber hinaus können auch Krankheiten, wie beispielsweise Nierenleiden, Harnblasenentzündungen oder Diabetes mellitus, zur Folge haben, dass der Hund wesentlich mehr Wasser lassen muss. Wenn man länger weg ist, als es die Blase des Hundes aushält, muss man einen Gassidienst engagieren.

Tipp: Schmerzen erkennen und lindern

Alte Hunde leiden häufig unter schmerzhaften Arthrosen. Der Stress des Alleinseins kann den Schmerz verschlimmern und auch umgekehrt können Schmerzen das Tier noch mehr stressen. Eine konsequente Schmerztherapie mit Medikamenten, entsprechender Ernährung und eventuell physiotherapeutischen Anwendungen lindert die Schmerzen und damit auch den Stress durch die Trennung von der Bezugsperson.

Tipp: Herzkrankheiten und Atembeschwerden optimal behandeln

Herzerkrankungen oder Atembeschwerden können Ängste verstärken. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund immer optimal auf seine Medikamente eingestellt ist.

Tipp: Schilddrüsenwerte überprüfen

Im Alter kann die Schilddrüsenfunktion eingeschränkt sein. Dann fehlen dem Organismus wichtige Hormone. Dieser Hormonmangel kann Ängste und Depressionen auslösen. Lassen Sie Ihren älteren Hund daraufhin untersuchen, wenn er deprimiert und ängstlich wirkt.

 

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