Rassehund oder Mix?

Wer einen Rassewelpen erwirbt, weiß, wie sich das Tier entwickeln sollte und wie es ausgewachsen aussehen wird. Selbst das Wesen des Tieres ist durch den Verwendungszweck der Rasse bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar. Allerdings können Wesen und Verhalten auch bei Tieren gleicher Rasse sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus sind diese Eigenschaften zu einem großen Teil das Ergebnis der Erfahrungen, die das Tier im Laufe seines Lebens und insbesondere in seiner Welpen- und Junghundezeit gemacht hat. Ein Mischling hingegen ist als Welpe ein Überraschungspaket. Wenn die Eltern des Welpen nicht bekannt sind, kann man über seine weitere Entwicklung, sein späteres Aussehen und seine ererbten Wesenseigenschaften nur Spekulationen anstellen.

Anschaffung und laufende Kosten

Ein Rassehund ist in der Anschaffung in der Regel teurer als ein Mischling. Eine Ausnahme sind Rassehunde aus dem Tierheim, für die meist die gleiche oder nur eine geringfügig höhere Schutzgebühr erhoben wird wie für Mischlinge. Der Kaufpreis ist jedoch, was die Kosten betrifft, der einzige Unterschied zwischen Rassehund und Mischling. Grundausstattung, Gesundheitscheck sowie die laufenden Kosten sind für beide gleich hoch.

Krankheitsanfälligkeit

Oftmals hört man, dass Mischlinge gesünder seien als Rassehunde. Das stimmt so nicht. Mischlinge können unter denselben Krankheiten wie Rassehunde leiden.

Was allerdings stimmt, ist, dass in einigen Rassen oder manchmal auch nur bestimmten Linien einer Rasse häufig nah verwandte Hunde miteinander verpaart worden sind (Inzucht). Die Nachkommen von nah verwandten Eltern haben oft ein schwächeres Abwehrsystem und sind meist krankheitsanfälliger als Tiere, deren Eltern nicht miteinander verwandt sind. Darüber hinaus steigt auch das Risiko von Missbildungen oder Erbkrankheiten bei den Welpen nah verwandter Eltern. Dieses Inzuchtproblem gibt es bei Mischlingen nicht.

Dennoch können auch Mischlinge Gendefekte aufweisen und an Erbkrankheiten leiden oder Beschwerden haben, die von einer Abwehrschwäche, von extremen Körperformen (z. B. kurze Nase) oder Fehlentwicklungen (z. B. Hüftgelenksdysplasie) verursacht werden. Tatsächlich könnte es in Zukunft so sein, dass Mischlinge sogar häufiger unter Erbkrankheiten leiden als Rassehunde, weil es mittlerweile in vielen Zuchtverbänden spezielle Zuchtprogramme gibt, die bestimmte Gendefekte durch die gezielte Verpaarung der Elterntiere auszuschließen versuchen.

Wer sich einen Rassehund zulegen möchte, sollte sich auf jeden Fall vor dem Kauf über die gesundheitlichen Schwächen seiner Traumrasse informieren und den Züchter gezielt danach fragen. Ein guter und engagierter Züchter wird offen und freimütig über die gesundheitlichen Probleme der jeweiligen Hunderasse sprechen und erklären, welche Maßnahmen er ergriffen hat, um diese Probleme züchterisch in den Griff zu bekommen oder sie zumindest zu verringern.

Mehr Informationen über die verschiedenen Hunderassen beim Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V.

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